Georg Christoph Lichtenberg-Aphorismen

Georg Christoph Lichtenberg
Georg Christoph Lichtenberg
deutscher Physiker, Aphoristiker und Schriftsteller (1742 - 1799)

Ich kann nicht sagen, ob es besser werden wird,
wenn es anders wird; aber so viel kann ich sagen:
es muss anders werden, wenn es gut werden soll.





  Georg Christoph Lichtenberg Aphorismen Tiere

Georg Christoph Lichtenberg

Gott macht die Tiere,
der Mensch macht sich selber.

* * * *

Der Mensch kommt unter allen Tieren
dem Affen am nächsten.

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Ein Buch ist ein Spiegel, wenn ein Affe hineinsieht,
so kann kein Apostel heraus gucken.

* * * *

Ein Buch ist ein Spiegel, aus dem kein Apostel herausgucken kann, wenn ein Affe hineinblickt.

* * * *

Wer einen Engel sucht und nur auf die Flügel schaut,
könnte eine Gans nach Hause bringen.

* * * *

Die Fliege, die nicht geklappt sein will,
setzt sich am sichersten auf die Klappe selbst.






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  Georg Christoph Lichtenberg Aphorismen Poinitert

Georg Christoph Lichtenberg

Heutzutage machen drei Pointen und eine Lüge einen Schriftsteller.

* * * *

Wie geht's, sagte ein Blinder zu einem Lahmen.
Wie Sie sehen, antwortete der Lahme.





  Georg Christoph Lichtenberg Aphorismen Erkenntnis

Georg Christoph Lichtenberg

Wer sich selbst recht kennt,
kann sehr bald alle anderen Menschen kennenlernen.

* * * *

Die großen Begebenheiten der Welt
werden nicht gemacht, sondern sie finden sich.

* * * *

Die Superklugheit ist eine
der verächtlichsten Arten von Unklugheit.

* * * *

Nichts kann mehr zu einer Seelenruhe beitragen,
als wenn man gar keine Meinung hat.

* * * *

Das Wohl mancher Länder wird nach der Mehrheit der Stimmen entschieden, da doch jedermann eingesteht, daß es mehr böse als gute Menschen gibt.

* * * *

Ich möchte was darum geben, genau zu wissen,
für wen eigentlich die Taten getan worden sind, von denen man öffentlich sagt, sie wären für das Vaterland getan worden.

* * * *

Mehr als das Gold hat das Blei die Welt verändert,
und mehr als das Blei in der Flinte jenes im Setzkasten der Drucker.

* * * *

Der eine hat eine falsche Rechtschreibung und der andere eine rechte Falschschreibung.

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Alles auf einmal tun wollen zerstört alles auf einmal.





  Georg Christoph Lichtenberg Aphorismen Leute

Georg Christoph Lichtenberg

Leute, die niemals Zeit haben, tun am wenigsten.

* * * *

Ich habe Leute gekannt, die haben heimlich getrunken und sind öffenltich besoffen gewesen.

* * * *

Es gibt Leute, die glauben, alles wäre vernünftig,
was man mit einem ernsthaften Gesicht tut.

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Die Leute, die den Reim für das wichtigste in der Poesie halten, betrachten die Verse wie Ochsen-Käufer von hinten.

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Was hilft aller Sonnenaufgang, wenn wir nicht aufstehen.





  Georg Christoph Lichtenberg Aphorismen Tugenden

Georg Christoph Lichtenberg

Viele Menschen sehen die Tugend
mehr im Bereuen der Fehler als im Vermeiden.

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Wie glücklich viele Menschen wären, wenn sie sich genausowenig um die Angelegenheiten anderer kümmern würden wie um die eigenen.

* * * *

Mäßigkeit setzt Genuß voraus, Enthaltsamkeit nicht.
Es gibt daher mehr enthaltsame Menschen als solche, die mäßig sind.

* * * *

Die Leidenschaften machen die
besten Beobachtungen und die elendsten Schlüsse.

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Ängstlich zu sinnen und zu denken, wie man es hätte tun können, ist das übelste, was man tun kann.

* * * *

Es ist in vielen Fällen Dingen eine schlimme Sache um die Gewohnheit. Sie macht, daß man Unrecht für Recht und Irrtum für Wahrheit hält.

* * * *

Wo Mäßigung ein Fehler ist,
da ist Gleichgültigkeit ein Verbrechen.

* * * *

Jeder Fehler erscheint unglaublich dumm,
wenn andre ihn begehen.

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Wenn man Mitleid fühlt, so fragt man nicht erst
andere Leute, ob man es fühlen soll.

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Wahrhaftigkeit ist die größte List.





  Georg Christoph Lichtenberg Aphorismen Der gemeine Mann<

Georg Christoph Lichtenberg

Der gemeine Mann hält bei seinem Kirchengehen
und Bibellesen die Mittel für Zweck.

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Der Mann hatte so viel Verstand,
dass er fast zu nichts mehr zu gebrauchen war.

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Der Mensch liebt die Gesellschaft, und sollte es auch nur die von einem brennenden Rauchkerzchen sein.

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Gerade das Gegenteil tun heißt auch nachahmen, es heißt nämlich das Gegenteil nachahmen.

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Es ist fast unmöglich, die Fackel der Wahrheit durch ein Gedränge zu tragen, ohne jemandem den Bart zu versengen.

Um sicher Recht zu tun,
braucht man sehr wenig vom Recht zu wissen. Allein um sicher Unrecht zu tun, muß man die Rechte studiert haben.

* * * *

Meine Sprache ist allzeit simpel, enge und plan. Wenn man einen Ochsen schlachten will, so schlägt man ihm gerade vor den Kopf.




  Georg Christoph Lichtenberg Aphorismen Wahrheit

Georg Christoph Lichtenberg

Wenn die Fixsterne nicht einmal fix sind,
wie könnt ihr dann sagen, daß alles Wahre wahr ist?





  Georg Christoph Lichtenberg Aphorismen Wahrsagen

Georg Christoph Lichtenberg

Vom Wahrsagen lässt sich wohl leben,
aber nicht vom Wahrheit sagen.

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Die Orakel haben nicht sowohl aufgehört zu reden als vielmehr die Menschen ihnen zuzuhören.

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Ich kann freilich nicht sagen, ob es besser werden wird, wenn es anders wird; aber soviel kann ich sagen: es muß anders werden, wenn es gut werden soll.





  Georg Christoph Lichtenberg Aphorismen Grosse Geister

Georg Christoph Lichtenberg

Die Genies brechen die Bahnen,
und die schönen Geister ebnen und verschönern sie.

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Je größer der Mann ist, desto strafbarer ist er,
wenn er die Fehler anderer ausplaudert.

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Es ist sonderbar, daß nur außerordentliche Menschen die Entdeckungen machen, die nachher so leicht und simpel scheinen. Dieses setzt voraus, daß die simpelsten oder wahren Verhältnisse der Dinge zu bemerken, sehr tiefe Kenntnisse nötig sind.





  Georg Christoph Lichtenberg Aphorismen Wissenschaften

Georg Christoph Lichtenberg

Wer nichts als die Chemie versteht,
versteht auch die nicht recht.

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Ein physikalischer Versuch, der knallt,
ist allemal mehr wert als ein stiller.

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Daß die Philosophie eine Frau ist, merkt man daran,
daß sie gewöhnlich an den Haaren herbeigezogen ist.





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